Rezension zu Rose Of Nevada: Lo-Fi-Zeitreise auf hoher See

Wie eine gute, altmodische Geistergeschichte, die von Mark Jenkin Rose von Nevada ist eine eindringliche Geschichte über Verlust, Geheimnisse und das Unerklärliche. Anstatt den Lebenden zu folgen, während sie sich mit Schatten der Vergangenheit auseinandersetzen, die noch in der Gegenwart haften, folgt die Kamera einer kleinen Crew auf ihrer Reise in eine andere Zeit, Jahrzehnte vor ihrer eigenen. Obwohl die Gewässer und Gebäude einst so vertraut aussahen, wirken sie heute wie ein entfernter Planet. Wie die Schiffskameraden mit dieser Entdeckung umgehen, wird zu einer Lo-Fi-Science-Fiction-Geschichte über Zeitreisen, falsche Identitäten und die ewige Odyssee, um nach Hause zurückzukehren.

Nachdem es 30 Jahre lang vermisst wurde, wurde ein Boot namens Rose von Nevada kehrt nach Hause nach Cornwall, England, zurück. Sein Besitzer verwirft den Namen des Bootes und hält seine Geschichte geheim. Er beschließt, es einfach mit einer neuen Crew, zu der Liam (Callum Turner), ein Drifter, und Nick (George MacKay), ein junger Vater, der verzweifelt auf der Suche nach Arbeit ist. Da sie sich ihrer Geschichte nicht bewusst sind, nehmen die beiden den Job an, und als das Boot nach einem kurzen Angelausflug an Land zurückkehrt, bemerkt Nick, dass am Hafen mehr los ist als je zuvor, der Pub voller Leben ist und die Mode mehr als nur ein bisschen veraltet ist. Ihre langjährigen Nachbarn sind jetzt viel jünger und sie verwechseln das Paar mit zwei zuvor vermissten Seeleuten. Während Liam die moralische Unklarheit akzeptiert, die Identität eines anderen anzunehmen, wünscht sich Nick nichts sehnlicher, als zu seiner Frau und seiner Tochter zurückzukehren und immer wieder an Bord des Schiffes zu gehen, in der Hoffnung, dass der nächste Hafen seine eigene Zeitlinie ist.

Drehbuch und Regie: Jenkin (Enys Männer), Rose von Nevada ist ein fesselndes Mysterium mit einem übernatürlichen visuellen Stil vom ersten Bild an. Wie seine Charaktere, die in die Vergangenheit eintauchen, sieht der Film exquisit vintage aus, gedreht auf 16-mm-Film mit intakter Körnung und Unvollkommenheiten. Keine Aufnahme dauert länger als 30 Sekunden, was bedeutet, dass der Film eine sorgfältig abgestimmte Orchestrierung komponierter Bilder und Szenen ist, um den Zuschauer in die farbenfrohe Landschaft der Gegend (vom leuchtend roten Boot bis zum blaugrünen Wasser darunter) eintauchen zu lassen, in Details, die ein Gefühl für Ort und Menschen vermitteln, und in die unausgesprochenen Nuancen dieser Küstenstadt, die ihr Fischereigeschäft und damit einen Teil ihrer Gemeinschaft verloren hat. Jenkin, der sich auch um die Kamera und die Musik des Films kümmerte, gibt Auskunft Rose von Nevada ein Gefühl des Unbehagens mit einer grüblerischen Partitur voller langsamer, leicht verzerrter Akkorde und Dialogen, die ein- oder ausklingen. Unsichtbare Stimmen verfolgen Nicks schlechtes Gewissen und er gerät ins Wanken, als er versucht zu verarbeiten, was mit ihm passiert ist. Da der gesamte Ton des Films in der Postproduktion aufgenommen wurde, erschaffen Jenkin und sein Team eine Klanglandschaft, die genauso faszinierend und hypnotisch ist wie der Rest des Films.

Obwohl Nick und Liam es vermeiden, einander zu nahe zu kommen, besteht zwischen ihnen eine stille, fast kosmische Bindung. Sie sind unbestreitbar vereint als Männer, die sich von ihrer Zeit gelöst haben. Obwohl ihre Darbietungen zurückhaltend sind, beschreibt Jenkin jeden Charakter als seinen eigenen Mann, der offensichtlich mit der Situation zu kämpfen hat, aber nicht weiß, was er dazu sagen soll. Turner spielt die lockerere Rolle und ist bereit, dorthin zu gehen, wohin ihn die nächste Welle oder das nächste Date führt. Nach einigen Vorwürfen von Nick, dass er sich als ein anderer Mann ausgibt und mit seiner Familie Hausaufgaben macht, braut sich hinter Turners Augen ein Konflikt zusammen, der jedoch nicht ausreicht, um der einsamen Mutter und dem einsamen Kind die Anwesenheit des Vaters zu verweigern, von dem sie glauben, dass er ihnen gehöre. MacKay reagiert viel stärker darauf, sich nicht in der Vergangenheit niederzulassen, und weist zunächst die Eltern eines jungen Mannes zurück, der glaubt, er sei nach einem Jahr auf See nach Hause zurückgekehrt. Dank der traumhaften Ästhetik von Rose von NevadaNick driftet immer wieder in Albträume ab, wird von der Schuld heimgesucht, seine Frau und seine Tochter zurückgelassen zu haben, und kann seine Verzweiflung, zu ihnen nach Hause zurückzukehren, kaum zurückhalten. MacKay spielt den Schrecken und die Trauer über das, was ihm widerfahren ist, ins Gesicht und spricht es kaum laut aus, da Liam und ihr Seehundkapitän (Francis Magee) sich damit abgefunden haben, außerhalb ihrer Zeit zu leben.

Während Jenkins Geschichte streng kontrolliert wird, es kaum Erklärungen gibt, wie dieser Zeitsprung zustande kam und fast kein Raum für große Emotionen, ist sein visuelles Geschichtenerzählen zutiefst ausdrucksstark. Er sammelt kleine Details – wie einen dunstigen Regennebel, der durch ein Loch im Dach fällt; die Wellen des Wassers in einem Eimer; Nahaufnahmen von rostigen Booten, arbeitenden Händen und dem Spannen von Netzen, die das Gewicht eines täglichen Fangs tragen – mit einer hypnotischen Präzision, die der Erzählung des Films Struktur verleiht. Diese Bilder und die Materialität des Filmmaterials geben Rose von Nevada ein außerzeitliches Gefühl, während MacKay und Turner den Film in der Realität verankern. In Nahaufnahmen erzählt Jenkin den Teil ihrer Geschichten, für den diesen Männern die Worte fehlen, und fängt sie ein, wie sie versuchen, ihre Ängste und Unsicherheiten voreinander zu verbergen. Mit nur wenigen Worten überleben die Männer sowohl die düstere Monotonie harter Arbeit als auch die gespenstische Angst, ihr Zuhause vielleicht nie wieder zu sehen.

Direktor: Mark Jenkin
Schriftsteller: Mark Jenkin
Mit: George MacKay, Callum Turner
Veröffentlichungsdatum: 19. Juni 2026


Leave a Comment