Christopher Nolan ist ein einzigartiger Filmemacher in Hollywood. Denn so besessen das Unternehmen in den letzten 20 Jahren auch von Franchises war, so ist Nolan doch wie ein Franchise-Unternehmen für sich. Das Publikum wird kommen, um seine Filme zu sehen, nur weil er derjenige ist, der sie gemacht hat. Nun hofft Universal Pictures wirklich, dass dies bei „The Odyssey“ in diesem Sommer der Fall ist, da es sich nicht nur um einen sehr teuren Film handelt, sondern auch über eine Jugendfreigabe verfügt.
Laut mehreren Berichten sowie einer Auflistung auf der Website des TCL Chinese Theatre wurde „The Odyssey“ tatsächlich mit R bewertet. Für den Regisseur ist das ein etwas überraschender Trend. Nolans Hit „Oppenheimer“ aus dem Jahr 2023 war sein erster R-Rated-Film seit 20 Jahren und geht auf „Insomnia“ zurück. „Es ist nicht so, dass Nolan sich vorher nicht mit R-Rated-Filmen beschäftigt hätte, da seine frühen Filme „Memento“ und „Following“ ebenfalls in diesem Lager waren. Aber seit er ein kommerzieller Filmemacher geworden ist, hat er sich mehr auf PG-13-Ratings konzentriert.
„The Dark Knight“ war zu gut, um ignoriert zu werden, und brachte an den Kinokassen eine Milliarde Dollar ein, aber es war PG-13. So auch der Rest seiner „Batman“-Trilogie. „Inception“ und „Interstellar“, zwei originale, gewaltige Science-Fiction-Hits von Nolan, waren ebenfalls PG-13. Sogar sein brutaler Thriller „Dunkirk“ aus dem Zweiten Weltkrieg schaffte es, eine PG-13 zu erzielen. Daher ist die Tatsache, dass Nolan nun zwei Filme mit großem Budget für Universal hintereinander mit einem R-Rating gedreht hat, etwas überraschend.
Dennoch hat Universal allen Grund, Nolan zu vertrauen und ihn sein Ding machen zu lassen. „Oppenheimer“ war der erste Blockbuster seit 20 Jahren, der bei den Oscars den Preis für den besten Film gewann und weltweit fast eine Milliarde US-Dollar einspielte. Für ein Biopic, das hauptsächlich aus redenden Menschen besteht (plus einer Killersequenz mit einer explodierenden Bombe), ist das geradezu beeindruckend.
„Die Odyssee“ dürfte der teuerste R-Rated-Film aller Zeiten sein
Oberflächlich betrachtet ist „Die Odyssee“, eine Adaption der gleichnamigen epischen Saga von Homer mit einer Starbesetzung unter der Leitung von Matt Damon als Odysseus, weitaus kommerzieller. Der Unterschied? Die Herstellung von „Oppenheimer“ kostete rund 100 Millionen US-Dollar. Auf keinen Fall ein kleines Budget, aber auch nicht riesig für einen Film von Christopher Nolan. „The Odyssey“ hat jedoch einen angeblichen Preis von 250 Millionen US-Dollar (Marketing nicht berücksichtigt), was ihn zu einem der teuersten R-Rated-Filme aller Zeiten macht.
Universal geht ein gewisses Risiko ein. Andererseits hat sich Nolan als einer der besten Kassenschlager aller Zeiten erwiesen. Er ist einer der wenigen Regisseure, die heute arbeiten und eine originelle Idee in einen echten Blockbuster verwandeln können. Er hat sich einen Namen gemacht. Das Publikum hat immer wieder gezeigt, dass es vorbeikommen wird, um zu sehen, was er gekocht hat, fast egal, was es ist.
Darüber hinaus ist „Oppenheimer“ nicht der einzige R-Rated-Film, der in letzter Zeit große Erfolge erzielt hat. „Deadpool & Wolverine“ war für Marvel ein äußerst profitabler Film, der weltweit über 1,3 Milliarden US-Dollar in den Kinos einspielte und zum erfolgreichsten R-Rated-Film aller Zeiten wurde. In anderen Fällen wäre es seltsam, ein Nicht-Franchise-Fantasy-Epos eines Autorenfilmers mit einem Marvel-Film zu vergleichen, aber auch hier ist Nolan ungefähr so zuverlässig wie jede andere Marke auf dem Markt. Rentabilität ist nie garantiert, aber wenn man 250 Millionen Dollar in ein Epos dieser Art investieren würde, wäre Nolan der Typ, auf den man wetten würde.
Zur Besetzung von „The Odyssey“ gehören außerdem Tom Holland, Anne Hathaway, Robert Pattinson, Lupita Nyong’o, Zendaya und Charlize Theron. Nolan führte bei dem Film Regie, basierend auf seinem eigenen adaptierten Drehbuch.
„Die Odyssee“ kommt am 17. Juli 2026 in die Kinos.