Lange bevor „Peddi“ eine Debatte über die Darstellung von Frauen auf der Leinwand auslöste, hatte Janhvi Kapoor ihre Position bereits zu Protokoll gegeben. In einem April-Interview im Podcast von Raj Shamani sprach die Schauspielerin mit auffallender Klarheit über Einwilligung, Übersexualisierung und ihr wachsendes Selbstvertrauen bei der Durchsetzung von Grenzen an Filmsets. Diese Bemerkungen, die damals weitgehend beachtet wurden, sind jetzt mit neuer Dringlichkeit viral gegangen, da die Macher von „Peddi“ zunehmender Kritik an der Darstellung ihrer Figur Achiyyamma und dem, was viele Zuschauer den objektivierenden Blick des Films nennen, ausgesetzt sind.
Was hat Janhvi Kapoor über Einwilligung und Sexualisierung auf der Leinwand gesagt?
Im Interview im April zog Janhvi eine sorgfältige und überlegte Unterscheidung zwischen Sinnlichkeit, der sie aktiv zugestimmt hat, und Sexualisierung, die ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung erfolgt, und machte deutlich, dass nur eine davon für sie akzeptabel ist.„Ich denke, in jeder Phase ist es wichtig, sich zu fragen, wozu ich zugestimmt habe? Ich habe zum Beispiel ein Lied namens ‚Bheegi Saree‘ (in ‚Param Sundari‘) gemacht, in dem ich in einem nassen Sari trage und ziemlich sinnlich tanze. Die Idee dahinter war, ich würde nicht sagen, zu erregen, aber es war ein sinnliches Lied“, erklärte Kapoor.Kapoor machte einen Unterschied und erklärte: „Ich denke, wenn sich jemand das ansehen und sagen würde: Ich fühle mich nicht zu dieser Frau hingezogen, würde ich mich vielleicht beleidigt fühlen. Aber das ist etwas ganz anderes, als jemanden zu sexualisieren, vor allem ohne seine Zustimmung. Damit bin ich in jeder Form nicht einverstanden. Und das stört mich.“
Janhvi Kapoor über die Durchsetzung von Grenzen gegenüber Regisseuren und Kameraleuten am Set
Über die umfassendere Frage der Einwilligung hinaus sprach Janhvi auch über die detailliertere Realität am Set, wenn eine Schauspielerin versucht, die Entscheidungsfreiheit darüber zu behalten, wie sie gefilmt wird, und über das berufliche Risiko, das mit dem Sprechen einhergeht.Die Schauspielerin verriet, dass sie aktiv an ihrem Selbstvertrauen gearbeitet hat, Einwände zu erheben, wenn ein Kameramann die Kamera in einem Winkel positioniert, der ihr Unbehagen bereitet, ohne dass sie in einer Branche, die solchen Widerstand seitens weiblicher Talente nicht immer willkommen heißt, als schwierig oder unprofessionell abgestempelt wird.Sie räumte zwar ein, dass sie oft auf Höflichkeit und strategisches Schweigen zurückgegriffen habe und sorgfältig ausgesucht habe, welche Schlachten sie austrage, doch Kapoor sagte, sie sei eher bereit geworden, ihrem Unbehagen Ausdruck zu verleihen und dafür zu sorgen, dass ihm wirklich Gehör geschenkt werde, während sie gleichzeitig professionell dabei bleibe.
Janhvi Kapoor über Branchenvoreingenommenheit und Casting
Im selben Gespräch sprach Janhvi Kapoor offen über die umfassenderen strukturellen Zwänge, die bestimmen, welche Rollen Schauspielerinnen überhaupt angeboten werden, und darüber, wie der von Filmemachern wahrgenommene öffentliche Appetit die Besetzungsentscheidungen direkt beeinflusst. Sie enthüllte, dass es in der Branche eine Erwartung gibt, dass das Publikum einer Heldin zum ersten Mal in einem glamourösen oder offensichtlich physischen Avatar im eigenen Werk eines Filmemachers begegnet, und dass die Reaktionen der Zuschauer über eine Schauspielerin häufig darüber entscheiden, für welche Art von Projekten sie später in Betracht gezogen wird.
Mehr über „Peddi“ und die Gegenreaktion, die es hervorgerufen hat
„Peddi“ ist Janhvi Kapoors jüngste Veröffentlichung, in der sie neben Ram Charan eine Figur namens Achiyyamma spielt. Der Film hat erhebliche Kontroversen ausgelöst. Kritiker und Publikum behaupten, dass die Darstellung ihrer Figur einer Objektivierung gleichkommt und dass die visuelle Behandlung von Achiyyamma im Film dem männlichen Blick Vorrang vor jeder sinnvollen Charakterisierung einräumt. Die Gegenreaktion hat eine breitere Diskussion über Repräsentation, Zustimmung und die Verantwortung von Filmemachern gegenüber den weiblichen Schauspielerinnen in ihren Produktionen ausgelöst, eine Diskussion, die durch Kapoors wieder aufgetauchtes Interview nun an Bedeutung gewonnen hat.„Peddi“, das am 4. Juni in die Kinos kam, ist ein Sport-Actiondrama unter der Regie von Buchi Babu Sana mit Ram Charan in der Titelrolle und Shiva Rajkumar, Janhvi Kapoor, Jagapathi Babu, Divyenndu Sharma, Boman Irani und Ravi Kishan in den Schlüsselrollen. Die Musik wurde von A. R. Rahman komponiert.
Mehr über Janhvi Kapoor
Janhvi Kapoor gab 2018 ihr Schauspieldebüt in Karan Johars „Dhadak“ und hat ihr Spektrum in einem vielfältigen Werk stetig erweitert, von der Biografie „Gunjan Saxena: The Kargil Girl“ und der Horrorkomödie „Roohi“ bis zum Survival-Thriller „Mili“, dem Spionagedrama „Ulajh“ und der Sportromanze „Mr. & Frau Mahi.’Zuletzt erntete sie mit ihrem Auftritt in „Homebound“ unter der Regie des mit dem Nationalpreis ausgezeichneten Filmemachers Neeraj Ghaywan einige der größten Kritiken ihrer Karriere. Darin spielte sie eine Frau aus einer niedrigeren Kaste, die sich mit sozialer Diskriminierung auseinandersetzen muss, eine Rolle, die weithin als bedeutende Weiterentwicklung ihrer Karriere als Darstellerin angesehen wurde.