„Queens Logic“ muss Sprengstoff auf der Seite gewesen sein. Geschrieben von Tony Spiridakis, ist es einer dieser Ensemblefilme über Freunde in den Dreißigern, die von allen möglichen persönlichen und beruflichen Tsuris geplagt werden. Diese Filme erfreuen sich seit John Sayles‘ „Die Rückkehr des Secaucus 7“ (aus dem Lawrence Kasdans Babyboomer-Blockbuster „The Big Chill“ hervorging) großer Beliebtheit und ziehen in der Regel gute bis hervorragende Schauspieler an, da die Charakterdarstellung reichhaltig sein kann, während der Zeitaufwand minimal sein kann.
Dennoch fällt es mir schwer, mir einen Film dieses Genres vorzustellen, der eine beeindruckendere und seltsamere Bandbreite an Talenten aufweist. Kevin Bacon erhält die höchste Auszeichnung, weil er der größte Star war, als der Film 1991 in die Kinos kam (dank „Footloose“), aber es ist nicht sein Bild. Zumindest zu Beginn werden die herausragenden Charaktere von Joe Mantegna, Ken Olin und Chloe Webb gespielt, aber es tauchen immer wieder namhafte Schauspieler auf, während der Film durch eine lose Verbindung von Szenen schlendert. Unterwegs lernen wir Bewohner von Queens kennen, gespielt von John Malkovich, Linda Fiorentino, Jamie Lee Curtis, Terry Kinney, Ed Marinaro, Jenny Wright und Tom freakin’ Waits. Und obwohl sie in dem Film alle gut sind, ist er doch so wild klischeehaft und ziellos, dass es schwer ist herauszufinden, warum sich einer von ihnen darum gekümmert hat.
Das Geheimnis der zahlreichen Besetzungscoups des Films ist meiner Meinung nach Produzent Stuart Oken. Oken kam aus der Chicagoer Theaterszene und hatte so Zugang zur Steppenwolf Theatre Company und zu Mitgliedern des Organic Theatre wie Malkovich, Mantegna und Kinney. Olin, damals dank „Thirtysomething“ ein großer Fernsehstar, stammt ebenfalls aus Chicago. Ich habe keine Ahnung, ob Gefälligkeiten eingelöst wurden, aber deshalb hat ein Film über Queens eine ausgeprägte Windy-City-Atmosphäre. Nicht zuletzt machen diese Schauspieler den Film sehenswert.
„Queens Logic“ ist die schäbig geschriebene Hülle eines mit Stars besetzten Ensemblefilms
Regie bei „Queens Logic“ führte der erfahrene Filmemacher Steve Rash, dessen Karriere 1978 mit „The Buddy Holly Story“ (für den drei Oscars nominiert wurden, darunter eine Nominierung als Bester Hauptdarsteller für Gary Busey) einen heißen Start hatte. Es ist ein verdammt guter Film, aber er folgte mit dem Bombenhit „Under the Rainbow“, als die Verleiharbeiten begannen.
Ich merke das, weil „Queens Logic“ die kulturelle Lebendigkeit des Bezirks einfängt. Ich habe ein Jahr lang in Astoria, Queens (Spiridakis‘ Heimatbasis) gelebt, und Rash (sowie sein Location-Scout) haben ihre Sorgfaltspflicht erfüllt. Abgesehen von „The Buddy Holly Story“ hat dieser Film die größte Persönlichkeit aller Filme, bei denen er bisher Regie geführt hat. Und die Schauspieler leben ihr Milieu mit enormer Integrität. Das Problem ist, dass das Drehbuch einfach nicht lustig oder strukturiert genug ist. Mantegna macht Überstunden, um seinen Lothario-Charakter zu verkaufen, aber seine Lachfalten verschwinden. Olin und Webb sind das Herzstück des Films, aber sie sind so gut, dass man verblüfft ist, wenn der Fokus wechselt. Unterdessen konnte Timothy Hutton in Ted Demmes „Beautiful Girls“ Bacons Krise, die er gerne als Promusiker gesehen hätte, besser bewältigen.
„Queens Logic“ ist ein komfortabler Film, der sich jedoch innerhalb von Minuten nach dem Abspann in Luft auflöst. Ich bin mir sicher, dass es Spiridakis etwas bedeutet hat, aber es ist schwierig, mit den Außenseitern von Queens in Kontakt zu kommen. In der Zwischenzeit werden Bacon-Fans immer die Perfektion von „Tremors“ genießen.