Hollywood liebt Komödien über ein mutiges Kind und einen alternden Exzentriker. Es liebt auch ein Drama über ein Kind in Gefahr. Mit Susan Sarandon als Sylvia, einer kettenrauchenden, scharfzüngigen, ersten Pflegemutter der temperamentvollen achtjährigen Emily (Everly Carganilla), versucht „The Accompanist“, beides zu sein. Es wird auch versucht, noch viel mehr zu tun, was nicht immer gelingt. Eine der Fehleinschätzungen dieser oft ansprechenden, aber letztendlich unzusammenhängenden Dramedy – dem Spielfilmdebüt von „Silicon Valley“-Star Zach Woods – besteht darin, dass die Zuschauer darauf hoffen, dass Sylvia und Emily eine Familie bleiben, auch wenn sich erstere als ungeeignete Betreuerin erweist. Seite an Seite bilden sie ein wildes, etwas verrücktes Duo. Wir fühlen mit ihnen, lachen mit ihnen und sehnen uns nach ihrem Happy End, bis Sylvias Fehler den Film aus dem Gleichgewicht bringen.
Wir beginnen damit, uns intensiv mit Emily auseinanderzusetzen, einem Kind aus New Jersey, das bei ihrem Großvater Martin (Kevyn Morrow) lebt. Er ist ein liebevoller Beschützer, der Emily offensichtlich ergeben ist, auch wenn er mit den Anzeichen einer Demenz zu kämpfen hat. Das Paar hat Wege entwickelt, mit Martins Gedächtnisverlust umzugehen; Er hinterlässt im Haus Notizen für sich selbst, während Emily ihren eigenen Zeitplan im Auge behält. Erst als Martin sie versehentlich auf eine aktive Eisenbahnstrecke fährt, eröffnet der Film eine beunruhigende Möglichkeit: Emily ist in seiner Obhut möglicherweise nicht mehr sicher.
Von da an geht es schnell voran. Sarah (Aubrey Plaza), eine erschöpfte Mitarbeiterin des Kinderschutzdienstes, reißt Emily aus ihrem Zuhause und setzt sie vor die Tür von Sylvia, einer Meshuggeneh, die Emily mit Pierogis, Klavier und Scherzen bekannt macht. Nach anfänglicher Skepsis und ein paar Fluchtversuchen wird Emily von Sylvias Eskapaden begeistert und äußert sogar die zaghafte Hoffnung, dass sie auf unbestimmte Zeit mit ihr zusammenleben kann.
Diese Verschiebung kommt etwa in der Mitte des Films, was Woods – der gemeinsam mit Brandon Gardner das Drehbuch geschrieben hat – mit einem Moment magischen Realismus markiert. Aufbauend auf einem wiederkehrenden Hexenmotiv lässt Woods Emily und Sylvia während eines Gewitters abheben und in einer Sequenz zwischen Traum und Fantasie über die Skyline der Stadt schweben. Das Bild soll befreiend, sogar transzendent wirken, aber es ist übermäßig wertvoll und unterbricht den geerdeten Rhythmus der Geschichte.
Noch verwirrender ist das Folgende. Unmittelbar nachdem Woods seinen fantasievollen Umweg hinter sich gelassen hat, trifft er die seltsame Entscheidung, Emilys Perspektive zu verlassen und sich der von Sylvia zuzuwenden. Gleichzeitig stellt es eine neue Bedrohung für die fragile Beziehung des Paares dar: Sylvias ungelöste Trauer um ihre Tochter, die Jahre zuvor gestorben ist. Zu diesem Zeitpunkt ist Emily bereits an ihre neue Pflegemutter gebunden. Doch als Sylvia merkt, dass sie die Zuneigung des Mädchens erwidert, kommt das Trauma über den Verlust ihrer Tochter wieder zum Vorschein und ihre Wache bricht zusammen.
Woods veranschaulicht Sylvias Trauer durch Rückblenden zu ihrer Tochter Nadia (Olivia Edward als Teenager, Emma Farnell-Watson als Erwachsene), die Balletttänzerin war. Diese Szenen sind für sich genommen in Ordnung. Das eigentliche Problem entsteht, wenn sich Sylvias Schmerz in der Gegenwart manifestiert und sich in der Misshandlung von Emily äußert. Praktisch über Nacht verhärtet sich Sylvias gemütliche Haltung gegenüber dem Mädchen in Kühle, Ungeduld und Vernachlässigung. Emily ist verwirrt über die Veränderung und versucht, ihre Bindung wiederherzustellen. Sie bringt sich selbst Klavier bei, um ihren Vormund zu beeindrucken. Als Sylvia sie weiterhin zurückweist, wird das Kind erst elend und dann verzweifelt.
Durch die Konzentration auf Sylvias emotionale Wunden sorgt „The Accompanist“ nicht nur dafür, dass die Zuschauer über Emilys Interesse verärgert sind, sondern schmälert auch seine Ambitionen. Was als Geschichte über Systemversagen beginnt – die Schwierigkeit der Kinderbetreuung, die Unzulänglichkeiten des Pflegesystems –, entwickelt sich zu einem Bericht über die Traumareaktion einer Frau. Außerdem trägt der Film überraschend viel psychologisches Ballast mit sich, mit genügend emotionalen Wendungen, um die Zuschauer in Atem zu halten. Woods bedient sich oft der Komik, um die Arbeit zu erleichtern, und schafft manchmal – vor allem in Szenen mit Plaza – das knifflige Kunststück, in ernsten oder sogar düsteren Situationen Humor zu finden.
Neben der Komödie beweisen die Darbietungen der beiden Hauptdarsteller die Rettung des Films. Sarandon verleiht Sylvia eine willkommene Unvorhersehbarkeit und verkompliziert eine Figur, die sonst vielleicht in ein Klischee verfallen wäre. Ihre scharfe Intelligenz hilft dabei, einige der raueren Übergänge des Drehbuchs zu überbrücken, und verleiht Sylvias plötzlicher Kälte sogar ein gewisses Maß an Lesbarkeit. Carganilla hingegen ist durchweg erstaunlich, ein strahlender Gefühlsstrahl, der Emilys Bogen von hoffnungsvoll zu ängstlich zeichnet, mit einer Überzeugung, die über ihr Alter hinausgeht. „The Accompanist“ ist fragmentarisch und ungleichmäßig und bricht einem vielleicht nicht das Herz, sein talentierter junger Star jedoch unweigerlich.