Von YouTube bis zum Multiplex: Wie Low-Budget-Horrorfilme die Wetten von Big-Budget-Studios schlagen

Zwei der bisher größten Kassenschlager des Jahres 2026 wurden nicht von etablierten Studioregisseuren gemacht und basieren auch nicht auf Franchise-IP.

„Obsession“ und „Backrooms“ – Horrorfilme von Internet-Regisseuren in den Zwanzigern – haben weitaus teurere Studioveröffentlichungen übertroffen.

Der durchschlagende Erfolg dieser Filme hat in ganz Hollywood eine Debatte darüber entfacht, was diese Filme so beliebt gemacht hat, insbesondere unter Kinogängern der Generation Z, die in den letzten Jahren nicht in Scharen ins Kino strömten. Folgendes sollten Sie wissen:

Die Zahlen

Regie bei „Obsession“ führte der 26-jährige Curry Barker, der mit Sketch-Comedy und Horror-Kurzfilmen auf YouTube begann. Der am 15. Mai von Focus Features veröffentlichte Film wurde für nur 750.000 US-Dollar gedreht, brachte im Kinostart aber unglaubliche 17 Millionen US-Dollar ein und hat sich seither gegenüber seinem Debüt jedes Wochenende verbessert.

„Obsession“ stellte mit einem Einspielergebnis von 25,4 Millionen US-Dollar den größten Horrorrekord aller Zeiten für das vierte Wochenende eines Films an den heimischen Kinokassen auf. Laut Box Office Mojo ist er nun der fünftbeliebteste Film des Jahres und erreicht fast 200 Millionen US-Dollar im Inland und rund 295 Millionen US-Dollar weltweit – vor Pixars „Hoppers“ (166 Millionen US-Dollar) und Paramounts „Scream 7“ (121 Millionen US-Dollar).

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„Backrooms“ des 21-jährigen Kane Parsons – auf YouTube als Kane Pixels bekannt – stützte sich auf die Online-Faszination für Grenzräume und führte das Publikum durch eine endlose Reihe nahezu ununterscheidbarer Räume.

Der Film wurde am 29. Mai von A24 (bekannt für so gefeierte Filme wie „Moonlight“ und „Everywhere Everywhere All at Once“) mit einem Budget von 10 Millionen US-Dollar veröffentlicht, startete bei 81 Millionen US-Dollar und überschritt in weniger als einer Woche die 100-Millionen-Dollar-Marke.

Innerhalb von zweieinhalb Wochen hatte es die gesamten Kinostarts der Horrorfilme „Five Nights at Freddy’s 2“, „Smile“ und „Scream 7“ übertroffen. Es ist der Film mit den acht höchsten Einspielzahlen im Jahr 2026.

Wer schaut zu?

Das Publikum ist jung. In den letzten Wochen waren fast 90 % der „Backrooms“-Zuschauer unter 35 Jahre alt, mehr als die Hälfte davon unter 25 Jahre. An den ersten Wochenenden von „Obsession“ waren 75 % der Zuschauer zwischen 17 und 34 Jahre alt, was in einer Zeit, in der große Studios Schwierigkeiten haben, konsequent jüngere Zuschauer ins Multiplex zu locken, von Bedeutung ist.

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Warum es funktioniert

„Das Publikum hat die Geschichten offensichtlich gefesselt“, sagte Jason Blum von „Blumhouse – Atomic Monster“, der an beiden Filmen mitgewirkt hat.

„Es gab ein Publikum, das darauf wartete, in die Kinos zurückzukehren, und wir in Hollywood haben wirklich nicht herausgefunden, was sie zurückbringen würde“, sagte er diese Woche in einem Interview mit The Times.

Blum, der das Horror-Genre mit der „Paranormal Activity“-Reihe auf den Kopf gestellt hat, führt den Erfolg von „Backrooms“ und „Obsession“ auf eine Verbindung zur Herkunft der Regisseure zurück.

Da die Filme von Machern gemacht wurden, die täglich auf YouTube mit jüngeren Zuschauern sprechen, habe diese Generation „das Gefühl, angesprochen zu werden“.

David Gross, Analyst bei FranchiseRe, bezeichnete es als eine neue Pipeline an Talenten und Material. Schöpfer könnten sehr kostengünstig eine große Fangemeinde aufbauen, sagte er, und ihre Geschichten seien weiterentwickelt – was den Entwicklungs- und Entdeckungsprozess beschleunige. Er nannte das internetbasierte Geschichtenerzählen „eine weitere zusätzliche Quelle für Material für Filme“. Blum fügte hinzu, dass der Erfolg der Filme die Bereitschaft der Studios erhöhen könnte, auf unentdeckte Regisseure zu setzen, die zuvor „möglicherweise nicht in Betracht gezogen“ wurden.

Rosie Ramirez, Chief Marketing Officer bei Galaxy Theatres, sagte, dass ein junges Publikum der ersten Welle tendenziell für Aufsehen sorgt. Mehr als einen Monat nach der Veröffentlichung von „Obsession“ sagte sie, verzeichnen die vier kalifornischen Standorte der Kette in Nevada erst jetzt eine zweite Welle von Kinogängern, die neugierig auf den Hype sind.

Bemerkenswert ist, dass der Aufstieg dieser beiden Filme im Schatten großer Veröffentlichungen wie Disneys „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ und Mattels „Masters of the Universe“ stattfand, die beide an ihren jeweiligen Eröffnungswochenenden enttäuschende Zahlen lieferten.

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Ist es ein Trend oder eine Anomalie?

Ob dies eine dauerhafte Veränderung oder ein Zufall ist, ist unklar. May erzielte einen Einspielergebnis von über einer Milliarde US-Dollar – wobei „Backrooms“ und „Obsession“ den größten Teil der Arbeit leisteten. Trotz der Verbesserung haben die Kinokassen das Niveau vor der Pandemie noch nicht vollständig erreicht, wobei der Sommer etwa 3,5 % hinter dem Sommer 2019 zurückgeblieben sei, sagte Paul Dergarabedian von Comscore.

Und Dergarabedian stellte die Frage, wie die Branche einen Erfolg wiederholen könne, der in seinen Worten „authentisch und organisch geschaffen“ und nicht künstlich hergestellt wurde: „Es ist einfach passiert“, sagte er.

Ramirez argumentierte, dass die breitere Sommerliste – Franchise-Spitzenreiter wie „Toy Story 5“ neben einigen originellen Überraschungen – trotzdem auf eine gute Einspielquote hindeutet, eine Erinnerung daran, dass „es nicht immer der große Sommer-Blockbuster sein muss“.

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Diese Geschichte erschien ursprünglich in der Los Angeles Times.

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