Wissenschaftler verwandelten antarktische Radiowellen in Musik, und aus diesen seltsamen Klängen werden nun neun Alben |

Wissenschaftler verwandelten antarktische Radiowellen in Musik, und aus diesen seltsamen Klängen werden nun neun Alben
Ein einzigartiges Kunst- und Wissenschaftsprojekt zeigt, dass die stillen Eisflächen der Antarktis voller Geräusche sind. Elektromagnetische Daten des Weltraumwetters, die an einer Polarforschungsstation erfasst wurden, wurden in hörbare Geräusche umgewandelt. Bildnachweis: Wikimedia Commons

Wir assoziieren die Antarktis oft mit riesigen, stillen Eisflächen. Stellen Sie sich weite Flächen reinweißen Schnees vor, riesige Eisplatten, die aneinander und am Planeten reiben, und ein Land, das so weit entfernt ist, dass es völlig von der geschäftigen Welt dahinter getrennt ist. Es ist leicht anzunehmen, dass die Antarktis bis auf Wetterereignisse still ist. Weltraumwetter und geomagnetische Stürme werden üblicherweise in wissenschaftlichen Begriffen diskutiert. Solche Dinge halten wir für die grüne Linie auf dem Bildschirm eines Forschers oder für die Farbe des Nordlichts, das lautlos über uns flackert. Doch eine einzigartige Verschmelzung von Kunst und Wissenschaft zeigt uns, dass der magnetische Schutzschild des Planeten tatsächlich voller Geräusche ist.Diese Klangwelt existiert, weil sich Weltraumdaten steril und roboterhaft anfühlen können und es für viele Menschen schwierig ist, mit ihnen in Kontakt zu treten. Seit Jahrzehnten verwenden Weltraumphysiker Diagramme und Gleichungen, um zu untersuchen, wie Sonneneruptionen und Strahlungsgürtel mit dem Erdmagnetfeld interagieren, aber diese Werkzeuge erfassen für Laien nicht immer die Dramatik des Prozesses. Durch die Umwandlung elektromagnetischer Daten in Klang haben Wissenschaftler und Künstler ein Audioerlebnis geschaffen, das die Wissenschaft leichter erlebbar macht.Wie die unheimlichen Geräusche des Weltraumwetters an einer Polarforschungsstation aufgezeichnet wurdenForscher nutzten die polare Umgebung, um natürliche Radioemissionen einzufangen und in Musik umzuwandeln. Laut dem Science News-Artikel Musikalben von Otherworldly enthalten Weltraumwetterdatengibt es ein laufendes Projekt zur Archivierung dieses Klangkosmos. Der British Antarctic Survey sammelte die Daten an der Forschungsstation Halley mithilfe speziell entwickelter Antennen, um extrem niederfrequente Radiowellen aufzufangen, die entstehen, wenn geladene Teilchen aus Sonnenstürmen mit dem Erdmagnetfeld interagieren.Dieser als Sonifikation bezeichnete Vorgang ist möglich, weil die Signale in den hörbaren Bereich abgebildet werden können. Laut Science News arbeitete der Weltraumphysiker Nigel Meredith mit der Komponistin elektronischer Musik Kim Cunio zusammen, um die Aufnahmen von der Polarforschungsstation zu übersetzen. Die von der Antenne an die Lautsprecher übertragenen Messwerte ermöglichen es den Zuhörern, eine Reihe von Geräuschen des Weltraumwetters zu hören, von schnellen Zwitschern, sogenannten Chorus-Emissionen, bis hin zu längeren Pfeifgeräuschen, sogenannten Whistlers.

Mt_Herschel,_Antarktis,_Jan_2006

Dieser Klangkosmos, archiviert in Alben wie „Infinitas Formas“, lässt den Hörer die dynamischen Kräfte erleben, die unseren Planeten beschützen. Bildnachweis: Wikimedia Commons

Eine riesige Klangbibliothek bringt die Welt des Weltraums in unser ZuhauseDas Projekt hat diese Klangsammlung in eine multimediale Kunstinstallation verwandelt. Wie aus der Projektübersicht des British Antarctic Survey mit dem Titel „Sounds of Space“ hervorgeht, geht es bei dem Projekt um weit mehr als nur um Experimente in einer Laborumgebung. Die Künstler und Wissenschaftler wandeln jahrelange Aufnahmen in neun Alben um, die den Hörern hörbar machen, wie sich das Weltraumwetter im Laufe der Zeit verändert.Jeder Aspekt dieses atmosphärischen Klangs wird im öffentlich zugänglichen Audioalbum Infinitas Formas perfekt dargestellt, einer umfassenden Veröffentlichung, die weltweit über die Bandcamp-Website verfügbar ist und eine gemeinsame Anstrengung der in der Antarktis tätigen Künstler und Wissenschaftler ist. Infinitas Formas verbindet raue antarktische Radiosounds mit akustischer Instrumentierung und elektronischen Beats. Die Projektbeteiligten sagten, dass die Musik während eines Sonnensturms intensiver und leiser werde, wenn sich das Weltraumwetter beruhige. Im Wesentlichen zeigt dieses Musikstück eine Möglichkeit für Zuhörer, sich mit den Kräften zu verbinden, die unseren Planeten beschützen.

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